Haboob — Andrew Phelps
„Systeme und Strukturen offenbaren am meisten über sich selbst, wenn sie kurz vor dem Zusammenbruch stehen.“ Lewis Baltz. Mit „Haboob“ knüpft der Fotograf Andrew Phelps an seine Fotoserie „Higley“ an, die 2007 im Kehrer Verlag erschien. Higley, eine einst landwirtschaftlich geprägte Kleinstadt in Arizona, wurde nach und nach vom explosionsartigen Wachstum der benachbarten Metropole Phoenix erfasst und verschwand 2007 schließlich vollständig von der Landkarte. Ländliche Strukturen lösten sich auf und wurden durch Einkaufszentren und gesichtslose Neubaugebiete mit freistehenden Häusern ersetzt; aus Dorfstraßen wurden breite, protzige Boulevards. Als der Fotograf jedoch nur wenige Jahre später zurückkehrte, bot sich ihm ein völlig verändertes Bild. Die Finanz- und Immobilienkrise setzte dem Bauboom ein jähes Ende, und der idyllische Vorstadttraum zerplatzte. Die für Arizonas Wüstenlandschaft typischen zerstörerischen Sandstürme, bekannt als Haboobs, fegen nun durch die verlassenen Straßen – ein Symbol für die Angst und die Sorgen, die die amerikanische Mittelschicht heute beherrschen. Andrew Phelps wirft einen sehr persönlichen Blick auf die globale Notlage und darauf, was vom amerikanischen Traum übrig bleibt, wenn die kapitalistische Fassade zusammenbricht.
Gebunden
30,5 x 24,5 cm
80 Seiten
Englisch
ISBN 978-3-86828-345-72012
Verlag: Kehrer
Gestaltung: Hannah Feldmeier