War and Peace — James Hill

Der mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnete Fotograf James Hill von der New York Times erzählt die Geschichten hinter fünfzig seiner Fotografien und beschreibt die künstlerischen und emotionalen Entscheidungen, die durch die intensive Vielfalt seiner Erlebnisse geprägt wurden. Vom Einmarsch in den Irak 2003 bis zur königlichen Hochzeit 2011, von der ersten Porträtaufnahme des berüchtigten Waffenhändlers Viktor Bout bis zum Tod von Papst Johannes Paul II. – Hill hat einige der bewegendsten Momente der jüngeren Geschichte miterlebt. Seine Berichte verdeutlichen das schwierige Spannungsfeld zwischen professioneller Distanz und persönlichem Engagement und reflektieren die Last, Geschichte in ihren extremsten Momenten mitzuerleben. Als ich mein fotografisches Leben begann, war ich begierig darauf, alles und jedes zu sehen. Ich wollte die Freuden und Torheiten der Welt einfangen, gleichgültig, ob ich Hoffnung oder Trauer darstellte, beides mit gleicher Neugierde betrachtend. Doch mit der Zeit begann sich eine Dunkelheit einzuschleichen. Die Momente der Gewalt verhärteten mich, ohne dass ich es merkte, und machten mich zu einem Fremden für die, die ich liebte. Ich konnte immer noch die unendliche Weiße der Arktis oder die goldene Wärme eines italienischen Nachmittags bestaunen, aber in meinen Träumen fand ich mich immer wieder an einen Abgrund gezogen, hinter dem nichts war. Ich stürzte und stürzte, bevor ich in meinem Bett oder Schlafsack erwachte, schweißgebadet und erschrocken darüber, am Leben zu sein. Es erfordert ein viel feineres Gleichgewicht, als ich es mir je vorgestellt habe, mit der Vergangenheit zu leben, genauso wie es erfordert, physisch und emotional in einer Szene zu stehen und zu wissen, was man beobachten und wann man sich bewegen muss. Diese Bilder, die wie alte Dias auf einem Kodak-Karussell zirkulieren, haben sich in mein Bewusstsein eingeprägt; je kraftvoller das Bild, desto tiefer seine Wirkung. Halt. Ich bin hin- und hergerissen zwischen der Pflicht zu erinnern und dem Wunsch auszulöschen. Meine Fotografien erinnern mich nicht nur daran, wo ich gewesen bin, sondern auch daran, was es mich gekostet hat, wieder nach Hause zu finden. Denn jede Reise zwischen dem Vertrauten und jenen Orten, wo Leben und Tod auf einer anderen Waage gewogen werden, ist eine Fahrt durch ein emotionales Niemandsland, irgendwo zwischen Krieg und Frieden. – James Hill

Gebunden
17 x 23 cm
184 Seiten
Englisch
ISBN 978-3-86828-459-12014
Text: James Hill
Verlag: Kehrer
Gestaltung: Hannah Feldmeier

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