Miquel Barceló — Kunstforum Wien
Seit seinem Durchbruch als einziger spanischer Teilnehmer der documenta 1982 zählt Miquel Barceló (geb. 1957) zu den bedeutendsten Vertretern der Neuen Malerei. Materie und Form stehen in seinem Werk in direkter Symbiose; der kreative Prozess der Kombination von Farbe mit Materialien wie Ton, Schlamm und Erde bestimmt das endgültige Erscheinungsbild des Werkes. Der Drang, zu elementaren und urtümlichen Zuständen zurückzukehren, ist in all seinen Arbeiten spürbar und verwischt den Übergang zwischen Werden und Vergehen: etwa bei sinnlichen Früchten in überreifer Pracht, die im nächsten Moment zu faulen beginnen und sich in Schädel verwandeln. Die Natur mit all ihrer Wandelbarkeit findet sich hier nicht nur als Motiv, sondern als außerkünstlerischer Prozess, der in die Entstehung des Werkes integriert ist: etwa wenn der Künstler Termiten seine Papierarbeiten durchlöchern lässt oder wenn Asche aus seinem Atelierkamin die Leinwände schwärzt. Barceló versteht seine Gemälde und Skulpturen als Teil eines Systems im ständigen Wandel, als offenen Kosmos zwischen Leben und Tod. Miquel Barcelós Werke wurden unter anderem im Centre Pompidou, auf der documenta und der Biennale di Venezia ausgestellt.
Gebunden
24 x 29,5 cm
144 Seiten
Deutsch
ISBN 978-3-86828-363-1
Herausgeber: Ingried Brugger, Florian Steininger
Texte: Ingried Brugger, Pere Gimferrer, Donatien Grau, Florian Steininger, Philippe Büttner
Verlag: Kehrer
Gestaltung: Hannah Feldmeier